Mit Stil, Charme und Melonen

Von Saveen Uthappa-Eck, aus dem Englischen von Andrea Brugman

Kommunikation war schon immer von zentraler Bedeutung für mein Berufsleben, das sich bisher über 18 Jahre, zwei Kontinente, drei Länder und sechs Branchen erstreckt. Es war ein bereichernder Weg, der in der Modeindustrie in Indien begann, dann über Biotechnologie und Versicherungswesen in Deutschland in den Nahen Osten ins Gastgewerbe und die Telekommunikation führte und mich schließlich als Kleinunternehmerin hier in München zum Einzelhandel brachte. Zwei Dinge habe ich schon immer an meiner Arbeit im Kommunikationsbereich geliebt, ganz gleich welche Branche und welcher Ort: Menschen und Wörter.

Saveen

Wie bitte?

In meinen Augen ist es sehr befriedigend, Sprache kreativ einzusetzen, um verschiedenen Zielgruppen Gedanken und Ideen näherzubringen. Für mich spielt Sprache eine entscheidende Rolle, um neue Kunden zu gewinnen, Marketingdienstleistungen anzubieten, Marketingtexte und -materialien zu erstellen und Markenbekanntheit über traditionelle Medien und die heute so wichtigen Social-Media-Plattformen aufzubauen. Bis auf ein paar Ausnahmen arbeitete ich jedoch vor allem in einer Sprache. Als ich bei der Burton, Van Iersel & Whitney GmbH die Gelegenheit bekam, als Redakteurin und Übersetzerin für Englisch für verschiedene Kunden in zwei Sprachen parallel zu arbeiten, habe ich sofort zugegriffen.

Viel Lärm um nichts! Oder doch?

Obwohl mir klar war, dass eine gute Übersetzung nicht einfach im Austausch von Wörtern zweier Sprachen besteht, hatte ich mir darüber nie viele Gedanken gemacht – bis jetzt. Ich arbeite noch nicht einmal einen ganzen Monat bei BVIW, aber diese kurze Zeit hat mir die Augen geöffnet. Der Ton und die Zielgruppe sind nur die Spitze des Eisbergs. Sprache besteht aus vielen weiteren Aspekten, die ich erst jetzt nach und nach erkunde. Zunächst wäre da amerikanisches und britisches Englisch, und das ist wesentlich komplizierter, als z. B. bei organised oder optimisation nur das „s“ in „z“ zu ändern. Auch der Gebrauch von allgemeinen Wörtern und Ausdrücken ist zu beachten. Je nachdem, auf welcher Seite des Teiches man steht, ist man entweder „wütend“ oder „betrunken“, wenn man sich als pissed bezeichnet, und man sagt make oder take a decision.

Synonyms

Dann gibt es noch das Minenfeld namens Grammatik. Ein kniffliges Beispiel ist die Verwendung von that und which: Nur wer sich gut mit bestimmenden und nicht-bestimmenden Relativsätzen auskennt, kann die richtige Wahl treffen. Auch die Zeichensetzung hat es in sich: serielles Komma oder „Oxford-Komma“, Geviertstrich und Halbgeviertstrich, typografische und gerade Anführungszeichen? Ganz zu schweigen von der Platzierung von Wörtern wie only im Satz oder der Verwendung von global und across the world! Man kann auch nicht immer Synonyme nach Lust und Laune in einem Text verteilen, denn je nach Kontext könnte sich der Sinn des Satzes ändern. Development und growth bei Software sind zwei grundverschiedene Dinge! Wenn alle diese Hürden genommen sind, machen auch der Satzbau, der richtige Umgang mit Abkürzungen und der Schreibstil eine hochwertige Übersetzung aus. Es ist entscheidend, jede Nachricht korrekt zu kommunizieren und gleichzeitig Kontext und Sprachfluss in der Zielsprache beizubehalten. Ebenso wichtig ist eine auf die Zielgruppe abgestimmte Sprache. Eine gute Übersetzung funktioniert nur, wenn der Zielleser die Nachricht, die kommuniziert werden soll, auch eindeutig versteht.

Ich kam, sah – und war begeistert

Für diesen neuen, spannenden Anwendungsbereich kann ich beim Verfassen, Redigieren und Übersetzen von Texten der Unternehmenskommunikation für BVIW-Kunden meine Erfahrungen aus verschiedenen Branchen und Kulturen einbringen. Auch wenn ich noch an meinen Fähigkeiten feile, kann ich schon jetzt voller Überzeugung sagen: Ich arbeite in einem großartigen Team! Eine Arbeit ist nur so gut wie die Kollegen, die man hat – und das trifft auf BVIW absolut zu. Als Neuankömmling wurde ich nicht nur mit offenen Armen empfangen, es gab auch jedes Mal, wenn ich nicht weiterwusste oder mich überfordert fühlte, ein aufmunterndes Wort, eine Tasse Joe (also Kaffee im britischen Englisch – Sie sehen, was ich meine!) und eine süße Leckerei. Nein, wirklich. Ich meine das mit den Leckereien im Ernst. „Hier dreht sich alles ums Essen“, wurde mir am ersten Arbeitstag gesagt, und das war nicht gelogen. Es ist genau diese Art von Teamgeist, weshalb die Arbeit bei BVIW Spaß macht. Da ich nun das Jahr in meiner neuen Position beginne, möchte ich auf BVIW, sein fantastisches Team und die komplexe und wunderbare Welt der Sprache und Unternehmenskommunikation anstoßen. Auf dass der Weg weiterhin so spannend und bereichernd bleibt, wie es meine letzten 18 Jahre waren!

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