Mit Untertiteln zum perfekten Bild

von Josephine Beney, aus dem Englischen von Julia Harwardt

Als Redakteure und Übersetzer ist es unsere Aufgabe, dass Ihre Botschaft wirklich ankommt. Wenn wir nicht gerade selbst texten, helfen wir unseren Kunden dabei, ihre Unternehmenskommunikation inhaltlich zu optimieren und greifbarer zu machen. Denn für eine erfolgreiche Kommunikation muss Ihre Botschaft nicht einfach nur gehört, sondern auch verstanden werden. Audiovisuelle Medien zählen heute zu den effektivsten Kommunikationskanälen, und immer mehr Unternehmen setzen auf Filme, Präsentationen, Videoblogs und Animationen als lebendige „Direktverbindung“ zu ihren Kunden und Mitarbeitern.

Kommunikation basiert auf Verbindung

Aber was, wenn der Zuschauer oder Zuhörer die Sprache im Film nicht versteht oder hörbehindert ist? Wenn der Interviewpartner im Videoblog mit starkem Akzent oder so schnell spricht, dass er jedes zweite Wort „verschluckt“? Vielleicht wimmelt es in Ihren Präsentationen von Zahlen und Fakten ‒ was tun, damit Ihr Publikum den springenden Punkt auch versteht? Oder der Zuschauer Ihre Kurzanimation zwar durchaus sehen will, aber eben ohne Ton?

Jo Beney

Erfolgreiche Kommunikation bedarf besserer Verbindung

Eine Lösung: Schreiben Sie den Text einfach dazu. Mit Untertiteln kann Ihr audiovisuelles Material mehr Menschen erreichen, sich inhaltlich umfassender präsentieren und damit letztlich mehr bewegen. Was gehört also dazu und wann können Sie damit womöglich Großes bewirken? Schauen wir uns einige Fallbeispiele an.

Ein multinationaler Konzern startet an seinen verschiedenen Standorten weltweit ein Mitarbeiterprogramm für Gesundheit und Arbeitssicherheit. Nach monatelanger Vorbereitung ist das Informationsvideo bereit zur Veröffentlichung – doch im eigentlich deutschsprachigen Film geben internationale Sicherheitsmanager Interviews in ihrer Muttersprache. Am schnellsten und günstigsten lässt sich das Video für ein breiteres Publikum aufbereiten, indem man durchgängig Untertitel in der Sprache hinzufügt, die die meisten Mitarbeiter verstehen: in diesem Fall Englisch. So wird nicht nur der Inhalt verständlich und man hört die Stimmen der Interviewten, der Film wird zudem homogener und liefert einen Basistext, der leicht in andere Sprachen übersetzt werden kann.

Nach einer umfassenden Untersuchung stellt ein lokales Unternehmen fest, dass sein Zielpublikum am besten über Werbung im öffentlichen Nahverkehr erreichbar ist. Informationsdisplays sind der perfekte Kanal, doch die Botschaft muss ohne Ton übermittelt werden, da Verkehrsgeräusche das Gesagte überdecken würden. Reisende können hier zwar nicht „weglaufen“, sind aufgrund ihrer kurzen Reisezeit und vielen Ablenkungen aber nur beschränkt aufnahmefähig. Die Untertitel müssen also knapp und zielgenau sein und Aufmerksamkeit erregen. Nette Kurzvideos mit leicht lesbarem, ausdrucksstarkem Text unterhalten Reisende nicht nur, sie können sie auch direkt für das Unternehmen gewinnen.

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Wie in den Vorjahren veröffentlichte Bosch Packaging Technology täglich Videoblogs zu seinem Messeauftritt auf der ACHEMA 2015. Auch dieses Mal baten die Kommunikationsmitarbeiter des Unternehmens bei BVIW um Hilfe, damit ihre Blogs so schnell wie möglich produziert und ihre Eindrücke vom wichtigsten Event der internationalen Verpackungsbranche fast in Echtzeit veröffentlicht werden. BVIW stellte daraufhin einen Muttersprachler auf Abruf bereit, sodass die Durchlaufzeiten auf absolutem Minimum lagen. So konnte der Kunde seinen Blog vom Montag bereits am Dienstagmorgen ins Netz stellen. Und das Feedback spricht für sich:

„Ohne Ihre Unterstützung [bei der Transkription am Montag] hätten wir die Deadline nicht eingehalten, vielen Dank! Das Video war um ein Uhr dreißig morgens fertig und wir konnten es wie geplant Dienstagfrüh veröffentlichen.“
Gitta Baumann
Manager Interne Kommunikation, Bosch Packaging Technology


Video: Bosch PA konnte mit Hilfe unserer Untertitelung seine Präsenz auf der Achema 2015 stärken

BVIW wird allerdings nicht nur mit Untertitelungen, sondern regelmäßig auch mit Voiceovern in verschiedenen Sprachen beauftragt. Manchmal stellt der Kunde das originalsprachige Skript, manchmal müssen die Teams diese selbst aus der audiovisuellen Quelle „herausziehen“.

Wie aus einer guten eine großartige Verbindung wird

Wie Sie sehen, haben wir es mit unterschiedlichsten Aufträgen zu tun, von Untertiteln und Voiceovern bis hin zu Übersetzung und Transkription. Einige Kunden wollen eine wörtliche Übersetzung, andere haben sehr strenge Vorgaben zu Länge oder Inhalt. Gibt es also Faustregeln für alle Fälle und wenn ja, welche? Nun, das Timing ist das Wichtigste. Untertitel (und Voiceover) sind nutzlos, wenn sie nicht zum Bild passen. Bei der Satzstruktur und Wortfolgegeschwindigkeit muss nicht nur berücksichtigt werden, was der Zuschauer sieht, sondern auch, wie schnell er lesen kann. Und die Länge ist wichtig: Untertitel werden normalerweise unten am Bildschirm eingeblendet und sind höchstens zwei Zeilen lang. Das macht eine präzise und klare Formulierung nochmal um einiges kniffliger.

Bei jeder Untertitelung müssen Stil, Ton und Sprachebene perfekt sitzen. Untertitel oder Voiceover für ein Interview sollten beispielsweise den natürlichen Sprechrhythmus des Interviewten sowie mögliche Hinweise auf sein Heimatland, Alter etc. widergeben. Und einen weiteren Punkt darf man bei visuellen Medien nicht vergessen: Der Zuschauer wird nicht nur auf das Hauptsubjekt im Bild achten. Womöglich müssen die Untertitel also auch auf Stimmen im Hintergrund verweisen oder die Übersetzungen von Schildern enthalten. Verzichten sie auf irrelevante Punkte, sind Untertitel und Voiceover außerdem sehr praktisch, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf die Kernpunkte zu lenken, die der Kunde wünscht. Das geschriebene Wort hat große Macht, doch kombiniert mit audiovisuellen Medien ist sein Einfluss sogar noch größer.

Dies waren nur einige Beispiele dafür, wie wir mit Untertiteln und Voiceovern die Art und Weise, wie wir Informationen kommunizieren, beeinflussen und erweitern können. Selbst die bildlichste Unternehmenskommunikation wird durch das geschriebene Wort inhaltlich stärker und greifbarer ‒ manchmal verhilft eben nur das Wort zum Gesamtbild.

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