Das verflixte siebte Jahr …

Von Julia Harwardt

Die Uhr tickt: In nur wenigen Stunden werde ich meinen angestammten Arbeitsplatz verlassen und meine Karriere bei Burton, Van Iersel & Whitney beenden, denn jetzt breche ich zu neuen Ufern auf. Und damit mir keiner Drückebergerei vorwerfen kann, schreibe ich über die letzten sieben Jahre meinen ersten und zugleich letzten Blog.

(Nicht) Allem Anfang wohnt ein Zauber inne

Mein Einstieg bei BVIW war nicht das Happy End einer von langer Hand geplanten Bewerbungsstrategie. Hier hatte vielmehr der Zufall seine Finger im Spiel, was sich aber als mein Glück erweisen sollte. Ich hatte meine Staatsprüfung, aber kein Geld in der Tasche und musste/wollte arbeiten. Die ersten Bewerbungen schlugen fehl, aber schließlich kramte ich die Gelben Seiten hervor und fing an, mich alphabetisch durch „Übersetzungsbüros München“ durchzuackern. Schon beim Buchstaben B wurde ich fündig, denn, bingo!, die Burton, Van Iersel & Whitney GmbH suchte einen Projektmanager. Hier wurde ich zunächst zwar auch abgelehnt, kam aber auf die Idee, mich gleich nochmal, für den Anfang aber als Praktikantin zu bewerben. BVIW war schnell interessiert, erstmals auch einen Praktikanten anzustellen, und lud mich zu einem Vorstellungsgespräch ein. Einige Tage später kam ich eklatant overdressed und ziemlich nervös zu meinem Jobinterview in das kleine Büro in Münchens Mitte, das ich nach einem relativ kurzen Gespräch mit Anton, dem Geschäftsleiter, und Ronald, dem Projektmanager, recht zuversichtlich verließ. Am nächsten Tag hatte ich die Zusage für ein sechsmonatiges Praktikum und eine Woche später begann für mich eine fast siebenjährige Reise mit einigen Tiefs, aber noch mehr Hochs.

Vom Praktikum zur Teamleitung

Ich erzähle diese Geschichte gerne, denn sie zeigt, dass aus einer eher ungeplanten Aktion eine langjährige „Beziehung“ mit vielen Wendungen, Höhepunkten und Tiefen werden kann. Ich war einfach neugierig, wollte einen Job, Geld (das mit dem Ruhm habe ich mir schon im Studium abgeschminkt), erste Erfahrungen sammeln und vor allem nette Kollegen. Wie sich später herausstellte, habe ich gerade im letzten Punkt auf ganzer Linie gewonnen.

Bevor ich die deutsche Teamleitung übernahm, durchlief ich diverse Stationen im Unternehmen. Anfangs war ich das Versuchskaninchen für unser hauseigenes Translation Retrieval System TRARES, bastelte Papierflieger für Werbeaktionen, sortierte Kundenunterlagen neu, mistete das Archiv aus und machte für die anderen Übersetzer aus PDFs editierbare Word-Dateien (mit zum Teil hunderten Seiten). Schön war das alles nicht unbedingt zu jedem Zeitpunkt, aber das Wichtigste lernte ich natürlich auch: das Übersetzen. Ein kleiner Text hier und da, einige Checks und Tipps von den erfahrenen Kollegen, und im Laufe der Zeit wurden es immer und immer mehr – bis ich als Übersetzerin festangestellt wurde und tatsächlich in der Lage war, Texte in einer akzeptablen Zeit in einem zufriedenstellenden Stil zu übersetzen. Der Grundstein war gelegt.

Nach einigen Veränderungen in der Belegschaft war ich irgendwann die einzige deutsche Übersetzerin, die ganztags und festangestellt im Büro war. Auf einmal sortierte ich aber keine Archive mehr aus, denn dafür gab es ja jetzt meine Nachfolgepraktikanten. Statt wie früher ellenlange PDFs zu konvertieren, koordinierte ich jetzt die Auftragsverteilung mit unseren externen Übersetzern und wurde von Ronald in die Mysterien des Projektmanagements eingeweiht. Das BVIW-Team wuchs kontinuierlich weiter, wir zogen in ein größeres Büro, bekamen eine professionelle Website und eine anständige Kaffeemaschine. Aus dem kleinen Büro war mit der Zeit ein größeres und sehr erfolgreiches geworden, das sich durch hochkompetente, aber auch rundum liebenswerte, kreative und humorvolle Mitarbeiter sowie ein professionelles Projektmanagement auszeichnet.

Abschiede: immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge …

Bei BVIW habe ich nicht nur das Übersetzen, Redigieren, Editieren und Schreiben im Allgemeinen gelernt, sondern auch, was Kundenorientierung wirklich bedeutet, wie man Kunden und Freelancer betreut, mit ihnen zusammenarbeitet und ein für alle überzeugendes Ergebnis abliefert. Auch wenn das nicht immer auf Anhieb klappt und manchmal viele Absprachen mit zahlreichen Beteiligten verschiedener Nationalitäten und Hintergründe erfordert, hat mir gerade dieses internationale, dynamische Umfeld immer am besten gefallen.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei meinen Kunden bedanken, die mir gegenüber immer sehr hilfreich, aufgeschlossen und freundlich waren. Die Beziehung zu unseren Kunden steht bei BVIW an erster Stelle und ich konnte dadurch sehr viel über ein professionelles Miteinander lernen. Diese Komponente spielt aber auch unternehmensintern eine wichtige Rolle, was dazu führt, dass alle Teammitglieder sehr respektvoll, aufmerksam und fürsorglich miteinander umgehen. Hier wird viel gelacht, geblödelt, aber auch hart und manchmal sehr lange gearbeitet – immer als EIN Team.

Ein dickes Dankeschön also auch an meine tollen Kollegen – ohne euch wäre mein Arbeitsleben bei BVIW bei Weitem nicht so erfolgreich und vor allem lange nicht so spaßig gewesen. Vielen Dank an die Geschäftsleiter Anton, Ronald und Richard: Ihr habt mich immer unterstützt und mir geholfen, mich weiterzuentwickeln – ohne euch wäre ich heute nicht dort, wo ich bin.

Bevor ich jetzt selber noch zu heulen anfange, schnell zu den schönen Aussichten: Ich freue mich darauf, die Erfahrungen und Kenntnisse, die ich bei BVIW gesammelt habe, bald auch außerhalb meiner bisherigen Komfortzone einzusetzen und Neues zu lernen. Ich weiß, dass ich darauf bestens vorbereitet wurde.

In diesem Sinne: Liebes BVIW-Team, ich werde dich vermissen. Aber wir sehen uns auf jeden Fall wieder!

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